Chemie-Schüler sammeln Erfahrung im TROSIFOL Werk

Das Sankt Augustiner Rhein-Sieg-Gymnasium und das Troisdorfer Unternehmen vereinbaren eine Kooperation

Von Michael Lehnberg.


RHEIN-SIEG-KREIS. Trosifol ist ein Global Player, und Verbundsicherheitsglas ohne die Spezialfolien aus Troisdorf nicht zu machen. Die Reichtagskuppel in Berlin oder die Fenster des Bonner Post-Towers etwa sind damit ausgestattet. Mit Folien, die verbinden. Ein feste Verbindung sind nun auch das Sankt Augustiner Rhein-Sieg-Gymnasium und Trosifol eingegangen. Gestern stattete eine Delegation der Schule, bestehend aus Lehrern, Eltern und Oberstufenschülern dem zum weltweit agierenden japanischen Konzern Kuraray gehörenden Unternehmen einen Besuch ab, um die Kooperation zu besiegeln.


Karl-Heinz Spieß, Leiter der so genannten Division Trosifol der Kuraray Europe GmbH, begrüßte die neuen Partner und tat das, was man als Hausherr eben macht, wenn man weiß, dass der Name Trosifol den RSGlern noch recht unbekannt ist. Er stellte das Unternehmen und Produkte vor. Im Anschluss daran konnte sich die gut 50-köpfige Gruppe einen ersten Überblick über die Produktionsprozesse verschaffen.
Inhalt der Zusammenarbeit ist neben der Betreuung von Schülerfacharbeiten durch Trosifol-Mitarbeiter ein Praktikum für den Chemie-Leistungskurs zu Beginn des kommenden Jahres. Das wird sowohl in der Schule als auch im Werk in Troisdorf stattfinden. Dabei sollen lichtbeständige eingefärbte Sicherheitsverglasungen hergestellt werden. Auswahl der Farbstoffe, Herstellen der Folie und Anfertigen der Musterverglasung liegt in der Verantwortung der Schüler.


Für das Fach Erdkunde sind Unterrichtsbesuche von Experten des Unternehmens zum Thema Globalisierung und deren Auswirkungen auf Gesellschaftsstrukturen und Wirtschaft geplant.


"Toll ist, dass unsere Schüler einen richtigen Einblick in die Entwicklung bekommen", sagte Christian Möschel, der am RSG Chemie und Erdkunde unterrichtet und die Zusammenarbeit für das RSG koordiniert. "Es ist ganz wichtig, dass sich Schule öffnet", sagte RSG-Schulleiter Jürgen Franz. Die Schule habe einen bilingualen Zweig Englisch und Naturwissenschaften eingerichtet, und da passe die Kooperation optimal dazu. "So lassen sich Schule und Praxis bestens miteinander verbinden". Immerhin könne man am RSG acht Fremdsprachen lernen, darunter sogar Chinesisch.


Ob derartiger Möglichkeiten freute sich Spieß. "Wir interessieren und für sie, auch wenn es nicht ganz uneigennützig ist." Das Unternehmen werde mittelfristig Probleme haben, qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen. "Wir brauchen junge Leute, die das fortführen, was wir Alten aufgebaut haben", sagte Spieß. Trosifol beschäftige unter anderem Chemiker, Ingenieure oder Betriebswirte. Dazu bilde man etwa Industriemechaniker und -kaufleute oder auch Elektrotechniker und Chemie-Laboranten aus. "Das ist eine wertvolle Ergänzung zu der bereits existierenden Kooperation mit der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg", sagte Franz.