TESTS AUTOMOTIVE
VSG-PRÜFUNG AN WINDSCHUTZSCHEIBEN
Folgende Tests an Verbundsicherheitsgläsern, hergestellt aus Fahrzeug-Windschutzscheiben, werden in der Praxis regelmäßig durchgeführt:
Feuchtemessung an Verbundsicherheitsglas
Kugelfalltest nach ECE R43
Bestimmung der Glashaftung/Pummeltest
Bestimmung der Glashaftung/Kompressionsschertest
Kochtest nach ECE R43
Baketest
Hochfeuchtetest nach ECE R43/ Kantenstabilität von VSG
Vorbereitung der Prüfmuster
Die Bewertung der Qualität fertiger Windschutzscheiben erfolgt an Prüfgläsern, die in folgender Weise aus seriellen Scheiben konfektioniert werden können:
Die in der Abbildung mit D-G gekennzeichneten Prüfgläser des Formats 30 x 30 cm werden beispielsweise für die Kugelfallprüfung nach ECE R43, die übrigen Proben
A-C für die weiteren oben genannten und nachfolgend beschriebenen Prüfungen verwendet.
Zusätzlich ist bei allen Prüfgläsern die Glasorientierung zur Folie, also die Verlegeart zu ermitteln und auf den Proben zu kennzeichnen. Diese kann mit einer UV-Lampe in einem abgedunkelten Raum bestimmt werden: Die Bad- oder Zinn (Sn)-Seite schimmert bläulich/ weiß, während die Luftseite oder Feuer F)-Seite des Glases diesen Schimmer nicht zeigt. Bei separat laminierten bzw. nicht aus Windschutzscheiben entnommenen VSG-Prüfgläsen ist die Kennzeichnung der Glasseite unbedingt erforderlich. Die Glasorientierung ist von Wichtigkeit insbesondere bei zerstörenden Prüfungen (Kugelfalltest s.u.) zur Festlegung der Aufschlagseite und/oder zur Ermittlung von Prüfabweichungen, die auf unterschiedliche Haftung des PVB zur jeweiligen Glasseite zurückzuführen ist.
FEUCHTEMESSUNG AN VERBUNDSICHERHEITSGLAS
Die Messung an Verbundglas hergestellt aus TROSIFOL VG - hier Prüfgläser A-C aus Windschutzscheiben - erfolgt mittels der IR-Durchstrahlmethode. Zur Messung sollten vorzugsweise Proben hergestellt aus klarem Floatglas und farbloser PVB-Folie verwendet werden. Bei Verwendung von gefärbten Floatgläsern sind entsprechend kalibrierte VSG-Proben zu verwenden. Die gemessenen Feuchtewerte müssen innerhalb der vorgegebenen Spezifikationswerte für TROSIFOL VG (siehe PRODUKTE -> VG) bleiben. Die Abhängigkeit der Folienfeuchte im VSG von der Umgebungsfeuchte im Verlegeraum zeigt die folgende Abbildung.

Im Folienstapel gereckter Folienabschnitte ist die Auffeuchtung der außen liegenden Folienlagen schneller, als die der innenliegenden Folien. Im Fall bereits gereckter (Farbkeil-)Folien ist die Folienstärke geringer. Die modernen IR-Messgeräte zeigen neben dem Feuchtewert zusätzlich die Foliendicke an.

Die Feuchteaufnahme von TROSIFOL VG - gemessen an einem frei hängenden Folienstück - in Abhängigkeit von der Umgebungsfeuchte zeigt die folgende Abbildung.
KUGELFALLTEST NACH ECE R43
Die mit Abstand wichtigste Verbundglasprüfung für Fahrzeugverglasungen ist der Kugelfalltest nach ECE R43/ANSI Z26.1. Bei diesem Test wird die Durchschlagfestigkeit von Verbundglasproben der Abmessung 30 x 30 cm mit einer 2,26 kg-Stahlkugel (5 lb.) im Fallversuch bei 20 ± 5°C ermittelt. Prüfgläser müssen die Mindestfallhöhe von 4 m ohne Durchdringung der Kugel bestehen. Die Prüfgläser werden dabei durch einen Auflagerahmen fixiert.
Üblicherweise prüft man aus Sicherheitsgründen bei einer höheren (sicheren) Fallhöhe (TROSIFOL: > 4,75 m, siehe Produktspezifikation). Neben der absoluten Fallhöhe ist die Bestimmung der mittleren Bruchhöhe (Mean Break Height, MBH) gebräuchlich. Diese ist als die Fallhöhe definiert, bei der 50% der Prüfgläser die Kugel halten und die anderen 50% von der Kugel durchstoßen werden.
Bei tieferen und höheren Prüftemperaturen nimmt der Wert der mittleren/sicheren Bruchhöhe ab.
Bei Temperaturen von -20°C wird
gemäß der Norm ECE R43 (oder adäquate Normen) die Prüfung mit
einer 227g- Stahlkugel und einer von
der Dicke der Windschutzscheibe abhängigen Fallhöhe (8,5 - 12,0 m)
durchgeführt.
BESTIMMUNG DER GLASHAFTUNG/PUMMELTEST
Die Durchführung des Pummeltests an Prüfgläsern A B (Format z.B. 8 x 30 cm) erfolgt wie unter "Tests Architektur" beschrieben. Die Pummelwerte von TROSIFOL VG liegen gemäß der Spezifikation in einem Wertebereich von ca. 3- 6. Die Abhängigkeit der Pummelhaftung von der Folienfeuchte kann man in folgender Abbildung sehen:

BESTIMMUNG DER GLASHAFTUNG/ KOMPRESSIONSSCHERTEST
Die Messung der Glashaftung von PVB mit dem Kompressionsschertest ist - wie beim Pummeltest - nicht genormt. Bei dieser Prüfung werden mehrere 25 x 25 mm große Prüfgläser bei 23°C einer Druckscherbelastung in einer modifizierten Zugprüfmaschine unterzogen. Die maximale Scherkraft bis zum Bruch der Probe ist ein Maß für die Haftung von TROSIFOL zum Glas. Die Probendimensionierung und wie beim Pummel-Test die Dicke und mechanische Verformung sind mitbestimmend für die Ermittlung der Glashaftung. In der Glasindustrie werden auch (gebohrte) runde Prüfgläser verwendet.

KOCHTEST NACH ECE R43
Der Kochtest nach der ECE R43 Norm wird in gleicher Weise durchgeführt wie unter "Tests Architektur" beschrieben. Zweck ist auch hier die Bestimmung der Verbundglasstabilität bei Hitze- und Feuchtigkeitseinwirkung und der damit verbundenen möglichen Blasenbildung. Die aus der Windschutzscheibe zugeschnittene 30 x 30 cm-Probe (C oder aus D-G) wird 2 Stunden in siedendem Wasser gekocht und anschließend visuell bewertet.
Einen ähnlichen Test beinhaltet auch die Norm EN DIN 12543 für Bau-Verbundsicherheitsglas.
BAKETEST
Der Baketest an Prüfgläsern des Mindestformats 30 x 30 cm wird in gleicher Weise durchgeführt wie unter "Tests Architektur" beschrieben. Analog zum Kochtest ist hier die Bestimmung der Verbundglasstabilität durch Wärmeeinwirkung - hier jedoch ohne zusätzliche Feuchtigkeitseinwirkung - maßgeblich. Die Proben werden nach der beschriebenen Testdurchführen visuell bewertet.
Art und Anzahl von Blasen geben Aufschluss über den Grad der Entlüftung im VSGHerstellprozess.
HOCHFEUCHTETEST NACH ECE R43/ KANTENSTABILITÄT VON VSG
Im Hochfeuchtetest nach ECE R43 - auch Dunsttest genannt - werden Prüfgläser des Formats 30 x 30 cm (Proben D-F aus Windschutzscheibe) für 14 Tage in ein Klima 50°C/98% RLF gebracht und anschließend weitere 14 Tage bei Raumtemperatur zurückgetrocknet. Der Test gilt als bestanden, wenn keine deutlichen Veränderungen außerhalb von 10 mm von der ungeschnittenen bzw. 15 mm von der geschnittenen VSG-Kante sichtbar werden. Verbundglas mit TROSIFOL VG erfüllt voll die Anforderungen: nach Testende tritt im Randbereich keine sichtbare weißliche Verfärbung auf. Eine Wiederholung des Tests mit mindestens 2 weiteren Prüfzyklen bestätigt die exzellente Kantenstabilität von TROSIFOL VG. Neben dem Hochfeuchtetest gibt es eine Reihe weiterer Klimawechselbelastungs- Tests in sowohl Labor- Langzeitsimulationen (beschleunigte Alterungstests) als auch unter Freibewitterungsbedingungen. Zusätzlich werden nach dieser Prüfung Haftungsprüfungen im Randbereich und Scheibenzentrum vorgenommen und gegebenenfalls die Verlichtung der Proben gemessen. Verbundglas mit TROSIFOL VG zeigt in allen genannten Prüfung eine herausragende Alterungs- und Kantenstabilität (Prüfergebnisse auf Anfrage).
